YOUareART – Ungefiltert schön: Texte für die Aufklärungskampagne
Das Projekt YOUareART sensibilisiert für die problematischen Schönheitsideale der heutigen Zeit, die vor allem durch Social Media verbreitet werden. Die Umsetzung ist kreativ und interaktiv: Kunstwerke in Museen werden mit digitalen Filtern „verschönert“ und zeigen damit die Absurdität dieser vermeintlichen Optimierung. Interaktive Workshops mit Jugendlichen regen zur kritischen Nutzung von Social Media und zu mehr Selbstakzeptanz an. Für die Kampagne und für die Heidi Horten Collection in Wien habe ich einige Texte geschrieben, die die Schlüsselthemen des Projekts aufgreifen.

Texte für die Agentur dasWeil | Kunde und Projektidee
Gesundheit Österreich GmbH (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz | Endkunde
ab Januar 2025 | Projektlaufzeit
Pitchtexte, Kampagnentexte und Objekttexte für die Heidi Horten Collection | Arbeit
Das Projekt
Wer bestimmt darüber, was wir „schön“ finden? Und was macht die ständige Flut gefilterter, „verschönerter“ Gesichter mit unserer Selbstwahrnehmung? Vor allem bei jungen Menschen (Frauen wie Männer gleichermaßen) führt all das zu einem enormen Druck und kann selbst psychische Probleme auslösen.
Das Projekt YOUareART nimmt sich dieser Themen an – letztendlich wurde daraus ein Mammutprojekt mit zahlreichen Beteiligten.
- Kampagne: Der Auftakt der Kampagne bestand aus drei Phasen: Awareness, Aufklärung und Empowerment. Griffige, emotional ansprechende Texte und Bilder riefen so das Thema wach und machten gleichzeitig auf das Begleitprogramm aufmerksam.
- AR App: Im Museum wird das Thema erfahrbar, indem über ausgewählte Gemälde ein Filter gelegt wird, um den Effekt in einem überraschenden Kontext erlebbar zu machen.
- Kostenlose Workshops: Jugendliche besprechen in der Heidi Horten Collection und der Akademie der bildenden Künste in entspannter Atmosphäre Themen rund um Kunst, Schönheitsideale, Anpassungsdruck und Social Media.






Digitale Assets der YOUareART-Kampange (Gestaltung: dasWeil; Text: Lena Sharma)
Die Herausforderung
Die Themen haben mich sofort emotional gepackt und berührt. Doch wie vermittelt man einen anderen Blick auf Schönheitsideale, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln? Wie sagt man „du darfst dich so annehmen, wie du bist“, ohne dass es zum Allgemeinplatz, zur abgedroschenen Floskel verkommt?
Die gewählte Sprache für die Online-Visuals musste:
- „relatable“, sensibel und auf Augenhöhe sein.
- vom Tone of Voice zeitgemäß sein und zur Zielgruppe passen.
- sich gleichzeitig abheben und Schmerzpunkte aufgreifen, über die nicht oft genug gesprochen wird.
- empowern sowie zur Einzigartigkeit und zur Selbstliebe anregen.
Die Museumstexte wiederum sollten eher die „erwachsene“ Allgemeinheit ansprechen, die mit den Herausforderungen womöglich weniger konfrontiert ist. Somit mussten diese Texte auch sachlicher kommunizieren und aufklären und dabei in die Museumsatmosphäre passen.
Es ist kein Allgemeinplatz und keine Floskel, sondern eine kleine Gegenbewegung, die wir stärken wollten: „Wir sind nicht perfekt, und das ist ok.“
Der Vibe, den ich für die Texte gewählt habe, den gibt es bereits. Die Schauspielerin und Aktivistin Jameela Jamil prophezeite vor einiger Zeit auf Instagram eine Trendwende: „Obedience is out. Comfortable is the new punk.“ Vor allem junge Frauen auf Social Media und in der Popmusik treten heute oft als Gegengewicht zum Perfektionsdruck auf und zeigen sich als „messy“ – roh, ungeschönt, individuell und dabei wunderschön.

Objekttext in der Heidi Horten Collection (Gestaltung: dasWeil; Text: Lena Sharma)

Objekttext Heidi Horten Collection
Das Ergebnis
In Absprache mit dasWeil entstanden Texte, auf die ich sehr stolz bin und die das wiedergeben, was Werbekommunikation meiner Meinung nach sein sollte: emotional berührend, ansprechend, aber auch direkt und ehrlich.
Trotz kleinen Budgets fand und findet das Projekt von dasWeil und der Gesundheit Österreich GmbH eine immense Resonanz. Unzählige Workshops sind ausverkauft, diverse Kultursendungem im ORF haben das Thema aufgegriffen und vom Projekt berichtet. Die Reichweite auf Social Media, sowohl auf TikTok als auch auf Instagram, ging durch die Decke.
Die finalen Zahlen erhalte ich erst – diese kann ich demnächst hier nachtragen!
Ich bin stolz. Es war das erste größere Projekte nach meiner Gründung, mit denen ich gearbeitet habe – und dann gleich eines, das ernsthaften und weitreichenden Impact hat. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Auch die Rückmeldungen von dasWeil, der GÖG und der Heidi Horten Collection bezüglich meiner Texte waren ausschließlich positiv.
Ob es für mehr Bewusstsein über toxische Schönheitsideale geführt hat? Das ist wohl nicht messbar, aber jede einzelne Person, die es jetzt einmal öfter hinterfragt, ist ein Gewinn.
Vielen Dank, Lena, für die famose Zusammenarbeit im Rahmen von YOUareART!
Du hast bei den Kampagnen- und Museumstexten eine feine Klinge geführt, sehr zuverlässig geliefert und dabei genau den richtigen Ton getroffen. Ich schätze deine klare Kommunikation, deine Flexibilität und die Qualität deiner Texte – präzise, stilsicher, schnörkellos und auf den Punkt.
Ich freue mich auf weitere gemeinsame Projekte!

Bernhard Jakšik
dasWeil
Kampagnenidee und kreative Umsetzung Bernhard Jaksik / dasWeil
Texte (Online-Visuals und Ausstellungstext Heidi Horten Collection) Lena Sharma
Kooperation mit FEM Süd, MEN Süd, Heidi Horten Collection, Akademie der bildenden Künste Wien
Finanzierung Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz